Das Konzept

Ein fachlich fundiertes Gruppenkonzept zur Förderung sozial-emotionaler Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Gefühlsstark verbindet eine beziehungsorientierte Haltung, fundierte theoretische Grundlagen und einen klar strukturierten Gruppenablauf. Kinder und Jugendliche erhalten Raum, sich selbst wahrzunehmen, Gefühle zu verstehen, soziale Erfahrungen zu machen und eigene Regulationsmöglichkeiten kennenzulernen. Dadurch erhalten Fachkräfte Orientierung für die Gestaltung der Gruppe und gleichzeitig Spielraum, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen einzugehen.

Einsatzbereiche

Ein Konzept. Ein Ablauf. Individuelle Anpassung.

Entstanden ist Gefühlsstark in der ergotherapeutischen Gruppenarbeit mit Kindern im Grundschulalter.

Von Anfang an wurde das Konzept so entwickelt, dass Inhalte und Materialien an unterschiedliche Altersgruppen und Settings angepasst werden können. Visualisierungen, verständliche Sprache und ein klarer Stundenaufbau schaffen dabei Orientierung und erleichtern die Umsetzung in der Praxis.

Therapie

Gefühlsstark wurde ursprünglich für die ergotherapeutische Gruppenarbeit entwickelt und lässt sich auch auf andere therapeutische Gruppensettings übertragen.

In der Therapie wird das Konzept rehabilitativ eingesetzt und bietet einen strukturierten Rahmen für Gruppen mit 3–6 Kindern. Die Durchführung erfolgt in der Regel einmal wöchentlich.

Kita

Bereits im Krippen entwickeln Kinder wichtige Grundlagen für Selbstwahrnehmung, Emotionsregulation und soziale Beziehungen.

Im Kindergartenalter durchlaufen die Kinder eine intensive Phase der sozialen und emotionalen Entwicklung.

Präventiv: 1× wöchentlich, ca. 60 Minuten, als Gruppe oder Kleingruppe.

Schule

Schule ist nicht nur Lernort, sondern auch ein zentraler Ort sozialer Begegnung. Selbstwahrnehmung, Emotionsregulation, Kommunikation und Kooperation spielen deshalb auch im schulischen Alltag eine wichtige Rolle.

Gefühlsstark kann im Unterricht, in der Betreuung, im Hort oder in ergänzenden Gruppenangeboten eingesetzt werden.

Je nach Alter werden die Inhalte und Materialien angepasst. Auch Jugendliche ab etwa 11 Jahren können zunehmend mit den Hintergründen von Stress, Erregung und Regulation arbeiten.

Familienhilfe

Fachkräfte der Familienhilfe können die Inhalte von Gefühlsstark gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aufgreifen und in den Alltag übertragen. Transfermaterialien geben Bezugspersonen konkrete Hinweise, wie sie die entwickelten Strategien im Alltag aufgreifen können.

1x wöchentlich können Kleingruppen für Kinder und Jugendliche gestaltet werden.

Der Ablauf einer Stunde Gefühlsstark

Jede Einheit folgt einem wiederkehrenden Rahmen. Dadurch entsteht Orientierung und Sicherheit, während die Inhalte und Aktivitäten individuell angepasst werden können.

In der Anfangsrunde kommen die Kinder / Jugendlichen zusammen. Sie erhalten nach und nach Informationen über ihre Körperzeichen und lernen sich selbst wahrzunehmen und einzuordnen. Erst im Verlauf werden die Gefühle, die die Kinder / Jugendlichen an den Terminen zeigen zusammengetragen und benannt.

Die Aktivitätszeit ist die freie Spielzeit. Hier zeigen die Kinder / Jugendlichen ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten erproben. Die Fachkräfte geben den Kindern engmaschige, differenzierte Rückmeldung zu deren Handlungen, Gefühlen und Ideen und unterstützen sie dadurch sich zu entwickeln.

Die aktive Spielzeit wird zuletzt in die Entspannungsphase übergeleitet. Die Kinder / Jugendlichen üben in Ruhe bei sich zu bleiben und aufmerksam zuzuhören. Sie werden dabei durch die Fachkräfte ggf. mit Akuthilfen (Regulationshilfen) unterstützt.

Die vier Ansätze des Konzeptes

Gefühlsstark verbindet vier fachliche Perspektiven, die gemeinsam die Haltung, den Gruppenrahmen und die praktische Umsetzung des Konzeptes prägen.

Polyvagaltheorie

Die Polyvagaltheorie nach Stephen W. Porges unterstützt uns dabei, Verhalten im Zusammenhang mit unterschiedlichen Erregungs- und Sicherheitszuständen zu betrachten. Sie beeinflusst unsere Haltung und hilft uns, herausforderndes Verhalten nicht vorschnell als „Fehlverhalten“ zu bewerten.

Marte Meo

lemente aus Marte Meo nach Maria Aarts unterstützen die Fachkräfte dabei, vorhandene Fähigkeiten der Kinder wahrzunehmen, aufzugreifen und durch gezielte Kommunikation weiterzuentwickeln.

Umgang mit Krisen

Fachkräfte erhalten Orientierung für den Umgang mit Konflikten und Krisensituationen in der Gruppe. Im Mittelpunkt stehen dabei Sicherheit, Beziehungsgestaltung und eine klare, deeskalierende Begleitung.

Sensorisches Verarbeitungsmodell

Das Modell der sensorischen Verarbeitung nach Winnie Dunn bildet eine Grundlage für die Auswahl und Anpassung von Regulationshilfen. Es unterstützt Fachkräfte dabei, unterschiedliche Reaktionen auf Sinnesreize wahrzunehmen und passende Möglichkeiten zur Regulation anzubieten.

Gefühlsstark in der Praxis kennenlernen


Du möchtest Gefühlsstark in deiner Einrichtung oder therapeutischen Arbeit einsetzen?

n unseren Weiterbildungen lernst du die fachlichen Grundlagen, den Aufbau des Konzeptes und die praktische Umsetzung kennen. Dabei geht es nicht nur um Methoden, sondern auch um die Haltung, mit der Gruppen gestaltet und Kinder begleitet werden.

Gefühlsstark – Meine kleinen und großen Gefühle

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